Mit zu den zu den wichtigen Arbeitsschritten gehört das Anbringen von Decals auf ein Modell. Dies kann entscheidend zum Aussehen des Modells beitragen. 😉

Werkzeuge

Hier folgt eine Auflistung mit Werkzeugen die man verwenden kann:

  • Microset und Mr. Mark Softer (Weichmacher)
  • Eine scharfe Schere, um den/die Decal/s auszuschneiden
  • Ein Pinsel, um den Weichmachers anzubringen und den Decal zu positionieren
  • Ein Wattestäbchen zum Andrücken und trocknen
  • Ein Zahnstocher, um den Decal zu positionieren
  • Eine feine Pinzette, um den Decal aus dem Wasser zu holen und auf dem Modell aufzutragen
  • Ein Meßschieber, um die exakte Abmessungen der Decals bestimmen zu können
  • Scharfe Bastelmesser, um den/die Decal/s auszuschneiden und zu positionieren

Decals anbringen

Bevor die Decals angebracht werden, ist es gut zu wissen dass Decals besser auf eine glatte Oberfläche haften als auf eine raue Oberfläche. Deswegen ist es wichtig die Oberflächen, worauf die Decals angebracht werden, gut vorbereitet sind.

Schritt 1 – Oberfläche vorbereiten

In manche Fälle wird der Oberfläche von sich aus bereits einen glatten Zustand aufweisen, dort können die Decals ohne weiteren Arbeitsschritte angebracht werden. Das die Oberflächen Staub- und Fettfrei sein müssen, spricht natürlich für sich. Sollten die Oberflächen jedoch nicht perfekt glatt sein, so ist es empfohlen noch einen Schicht glänzenden Klarlack anzubringen (am besten aus der Sprühdose, oder mit der Airbrush). Dies bewirkt, das kleine Unebenheiten durch den Klarlack verschlossen werden. Sollten nach dem Anbringen der Decals diese nicht richtig haften oder sich einen Silberschimmer unter den Decals bilden, so sind dies Merkmale einen zu rauen Oberfläche. Hierzu sind noch weitere Tips im Bereich Pannenhilfe weiter unten.

Schritt 2 – Decals zuschneiden

Wenn die Oberfläche fertig vorbereitet ist, können die Decals angebracht werden. Zuerst werden die Decals mit der Schere oder dem Messer ausgeschnitten. Die Decals schneidet man am besten so klein wie möglich aus, damit die Decalkanten nachher weniger auffallen. Die Schere oder das Messer sollte jedoch einigermaßen scharf sein, damit die Decals beim ausschneiden nicht zerrissen werden. Jetzt können wir die fertig zugeschnittenen Decals auf dem Modell anbringen.

Schritt 3 – Zum Auftragen vorbereiten

Lege die Decal dazu einige Sekunden in eine Schale mit lauwarmes Wasser, bis dem Wasser richtig in das Trägerpapier eingedrungen ist. Entnehme die Decal aus dem Wasser und warte bis die Decal sich vom Trägerpapier löst (gelegentlich versuchen mit ein wenig Kraft die Decal auf dem Trägerpapier zu verschieben). Abhängig von der Größe die Decal dauert dies in der Regel zwischen 5 und 25 Sekunden. Sobald die Decal sich vom Trägerpapier löst, legt man die Decal inkl. Träger auf dem Modell und schiebt diese von dem Träger direkt auf dem Modell. Dies verhindert das Staubpartikel zwischen dem Decal und dem Modell reinkommen. Außerdem ist es gut zu wissen, dass die Klebeschicht der Decals nicht unbegrenzt hält. Kontakt mit den Fingern zur Klebeseite sollte man auf jedem Fall vermeiden und auch der exzessives Gebrauch von Wasser kann die Klebeschicht verdünnen.

Schritt 4 – Auftragen

Jetzt kann die Decal mit der Spitze eines Hobbymessers oder mit einem in Wasser getränkten Pinsel an de richtigen Stelle geschoben werden. Versuchen Sie nicht zu viel die Decal auf dem Modell herum zu schieben, da hierdurch wiederum die Wirkung der Klebeschicht beeinträchtigt wird. Wenn die Decal an der richtigen Stelle platziert ist, kann mit einem Wattestäbchen das überflüssige Wasser aufgesaugt werden. Kontrollieren Sie danach am besten nochmal ob sich die Decal richtig an dem Modell haftet. Kleine Luftblasen können mit einem Wattestäbchen unter die Decal weggewischt werden. Größere Luftblasen können auch mit der Spitze eines Hobbymessers angestochen und mit einem Wattestäbchen oder einen Zahnstocher glatt gestrichen werden.

Schritt 5 – Weichmachen

Es gibt zwei wichtige Gründe für das Weichmachen der Decals. Zum einem liegen die Decals durch eine solche Behandlung besser an problematischen Stellen wie Ecken, Kanten und Rundungen (zb. Raketen) an der Modelloberfläche an. Zum anderen zieht es die Decals regelrecht in die feinen negativen Gravuren hinein, was dem ganzen einen sehr realistischen Anblick verleiht. Ein sehr guter „Weichmacher“ ist “ Mr.Mark Softer “ von GUNZE SANGYO. Die Decals können entweder direkt mit dieser Flüssigkeit eingeweicht werden oder nach dem Aufbringen sofort damit eingestrichen werden. Nun sollte man die Decals in Ruhe lassen. Es bilden sich zunächst Blasen und das Ganze sieht ziemlich unansehnlich aus. Nach dem kompletten Austrocknen aber sollten die Decals ideal an der Modelloberfläche anliegen, der Weichmacher hat einen regelrechten „Spannlackeffekt“.

Schritt 6 – Versiegeln

Danach ist es unbedingt erforderlich eine Schicht Klarlack anzubringen. Dies Schützt die Decals gegen Kratzern, UV-Strahlung, und sorgt dafür dass sie sich nicht wieder vom Modell trennen. Ich persönlich mag Mattlack besser als Glanzlack. Für Maßstabsmodelle liefert dies ein naturgetreuer Effekt. Außerdem Fallen die Kanten der Decals nachher nicht mehr so auf. Bei Glanzlack wird das Licht auf die Decalkanten gebrochen und kann man die Kontur der Decals besser erkennen. Eine Zwischenweg gibt es natürlich noch in der Form von Seidenmatter Klarlack. Experimentieren Sie einfach ein wenig und stellen Sie fest, was Ihnen am besten gefällt. Nach dem Trocknen muss festgestellt werden ob ein weiter Schicht Klarlack angebracht werden muss.

Lassen Sie das Modell jetzt noch mindestens eine Woche richtig durchtrocknen bevor Sie es endgültig in eine Verpackung, oder ein Vitrine setzen.

Pannenhilfe

Das Vermeiden von Silberschimmer

Eine silberne Schimmer unter den Decals wird durch eingeschlossenen Luftblasen erzeugt. Dies weist darauf hin, das der Untergrund vor dem Anbringen der Decals nicht glatt genug gewesen ist. Falls Sie vor dem Anbringen der Decals keinen glänzenden Klarlackschicht angebracht haben sollten, so wäre dies das nächste Mal vielleicht empfehlenswert. Es gibt jedoch noch weitere Lösungen um dieses Problem zu beheben. Eventuell hilft es, das Wasser was Sie beim Anbringen der Decals verwenden, vorher zu kochen. Dadurch scheidet Sauerstoff aus dem Wasser aus und bilden sich folglich unter den Decals auch weniger Luftblasen. Auch kann in solche Fälle die Benutzung von Weichmachern weiterhelfen.

Schiebebild sitzt in der falschen Position (nach dem Trocknen)

Durch leichtes Anfeuchten mit dem Pinsel (Wattestäbchen) kann allerdings manch schief sitzendes Schiebebild noch in die richtige Lage verschoben werden.

Wenn es sich nicht mehr leicht verschieben lässt, darf man es an einer Ecke vorsichtig mit der Pinzette anheben und mit dem Pinsel die Klebefläche am Modell wieder leicht anfeuchten. Wenn man das Bild auf diese Weise mehrmals verschiebt, geht die Haftfähigkeit verloren – man kann es dann nur noch mit Klarlack ankleben. Bis das Decal völlig angetrocknet ist, sollte man es nicht mehr berühren. Zu leicht kann sich ein Teil des Bildes oder das ganze Bild wieder verschieben oder gar einreißen.

Schiebebild löst sich beim trocknen teilweise oder ganz

Kleber wurde durch zu langes Wässern zu stark verdünnt. Schiebebild leicht anheben und mit einem feinen Pinsel Spiritus oder stark verdünnten Klarlack unter die abgelöste Stelle geben und das Schiebebild wieder glatt streichen.

Luftblasenbildung nach dem Andrücken

Schiebebild wurde nicht von der Mitte nach außen angedrückt. Das Schiebebild an einer Ecke leicht anheben und die Modelloberfläche mit dem Pinsel wieder anfeuchten. Dann das Schiebebild von der Mitte nach außen wieder neu andrücken.

Schiebebild splittert beim Trocknen oder Wässern

Leider lässt sich hier nichts mehr retten. Wahrscheinlich ein überaltertes Schiebebild. Gerissene oder gesplitterte Decals durch neue ersetzen.

Trägerfilm ist nach dem Trocknen sichtbar

Schiebebild liegt nicht luftdicht an und spiegelt daher. Neu „festkleben“ mit Klarlack, der auf das Modell und die Schiebebildrückseite gestrichen wird.

Der Decal zerreißt oder beschädigt beim Anbringen

Die Decal ist an sich nicht ausreichend stabil, oder die Tinte haftet nicht richtig an der Decalfolie. Sie können in diesem Fall versuchen vor dem Anbringen der Decals, diese einen Schicht Klarlack zu verpassen. Dieser Schicht sorgt für einen dickeren, stabileren Decal und auch die Tinte wird geschützt (eingeschlossen zwischen Decalfolie und Klarlack).

Von Movie Fan

Als kleines Kind habe ich mit dem Modellbau begonnen. Die ersten Modelle waren aus dem Kiosk für 5 - 10 DM. In den 80er Jahren fing ich mit AMT Modelle an und fand damit zu den Star Wars Modellen. 10 Jahre später ging ich zu Resin und PVC Modellen über. Mit der Zeit erweiterte sich das Hobby in Richtung Event-Fotografie und kleinen Filmprojekten.